Einer Idee zum Durchbruch verholfen

Im Museum Bischofszell entsteht derzeit ein Zugang zum geschichtsträchtigen Bogenturm: Federführend ist der einheimische Bauplaner Christoph Biedermann, der den Bogenturm bis vor kurzem auch nur von aussen gekannt hat.

Rund einen Meter dick ist das Mauerwerk zwischen Museum und Bogenturm. In sorgfältiger Kleinarbeit tragen Christoph Biedermann und sein Team die teils bis zu 30 Zentimeter grossen Steine ab. Auf der anderen Seite wartet ein gut gehütetes Geheimnis: Der Bischofszeller Bogenturm diente bei seiner Erbauung vor rund 700 Jahren als Wehrturm zur Verteidigung der Stadt. Anfang der 2000er-Jahre, als Bernhard Bischof die Nachtwächterzunft neu aufleben liess, entdeckten die Nachtwächter den Bogenturm wieder für sich. Ausser ihnen durfte kaum jemand das Bauwerk betreten. Auch der gebürtige Bischofszeller Christoph Biedermann nicht.

Seit längerem kursierte die Idee, den Bogenturm für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wegen der engen Platzverhältnisse im Turm war der Zugang die grösste Herausforderung. Dank der Mitwirkung von Stadt, Nachtwächterzunft und Museum nimmt die Idee nun Gestalt an: Der Zugang zum Bogenturm entstehe im dritten Stock des Museums, sagt Christoph Biedermann. Die geeignete Stelle befinde sich per Zufall in einem bislang ungenutzten Raum.

Die Mauer überstand unter anderem den verheerenden Stadtbrand von 1743, bei dem der Bogenturm innen vollständig ausbrannte. Die Geschosse seien in der Folge wieder eingebaut worden, sagt Biedermann. Neben dem Durchbruch führt er im Bogenturm eine aufwendige Innensanierung durch. Dabei legt er grössten Wert darauf, die alte Bausubstanz im Einklang mit der Baukultur zu erhalten und neu in Szene zu setzen. Voraussichtlich ab Sommer 2026 soll der Bogenturm der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und damit eines der letzten grossen Bischofszeller Geheimnisse gelüftet werden.

Bauarbeiter Hazir Nrecaj und Bauplaner Christoph Biedermann heben einen Stein aus der Wand zwischen Bogenturm und Museum.